>>> Zurück zur Startseite

Madame Lothárs Travestie-Theater—Eine Chronik

 

Wer ist Madame Lothár?

Mit bürgerlichem Namen heißt er Lothar Gräbs.
Er studierte in jungen Jahren Sprechen, Tanz und Gesang an der Folkwangschule, u. a. bei Kurt Joos, in Essen, wo er auch 1933 geboren wurde. Nach Meinung seiner Eltern sollte er jedoch einen „ordentlichen" Beruf erlernen und begann mit 14 Jahren eine Kellnerausbildung bei der Familie Krupp auf der „Villa Hügel".

Die Liebe zum Künstlerischen ließ ihn aber nicht in Ruhe, und so nahm er täglich nach Feierabend erst einmal als Gastschüler an den Unterrichtsstunden der Folkwangschule teil. Nach Beendigung seiner Ausbildung in Essen führte ihn sein Weg ins Hotel Montana nach Neuchâtel in der Schweiz, um seine Ausbildung zum Koch, Hotelfachmann und Barmixer voranzubringen.
Dort ging er gerne hin, denn um die Ecke hatte der berühmte Tänzer Harald Kreutzberg sein Studio. Dort bildete er sich nach seiner Arbeit weiter.


Nach diversen Stationen in der internationalen Gastronomie führte ihn sein Weg Anfang der 60er Jahre nach Bremen, wo er Geschäftsführer der Emil-Fritz-Betriebe im legendären Variete Astoria wurde. Diese damals erworbenen Kontakte zu großartigen Künstlern wie Angele Durand, Brigitte Mira, Siegfried und Roy, Ursula Schirrmacher, Nana Gualdi usw. pflegt er bis heute.

Nach der Schließung des Astorias machte Lothar Gräbs sich selbständig und übernahm 1969 das Mic Mac im „Viertel" wo er auch wieder eine Kleinkunstbühne einrichtete. Ihm lag schon immer daran, sein Wissen, das er sich erarbeitet hatte, an junge Talente weiterzugeben, sie zu fördern und herauszubringen.

Diese wurden aber oft schneller flügge, als es Lothar lieb war. Ein paar Auftritte, ein paarmal beklatscht und sie meinten, sie seien große Stars. Doch er gab nicht auf.

So rief er den Travestie-Express ins Leben. Dies war eine Gruppe junger Talente, die bei ihm ein sogenanntes Sprungbrett erhielten wie z. B. Mary Morgan (heute Mary), Madame Gigi, Gaby Lurex, Lady Jane, Patrizia Chihuahua u. v. a. Danach produzierte er Tina Trina. Doch als ein bösartiger Zeitungsartikel über ihn kursierte, meinte er es seinem Umfeld zeigen zu müssen. So kam das Duo „Tina Trina + Lothar".

1982 lernte er seinen noch heutigen Geschäftspartner und Freund Matthias kennen, der damals in der Showgarderobe die künstlerische Laufbahn von Lothar begleitete. Die Show begann ein Riesenerfolg zu werden, doch der nächste Tiefschlag kam.

Sein Bühnenpartner Tina Trina strich die „Segel" und für Lothar kam die Zeit der Verzweiflung. Er wollte aufhören. Doch Freunde rieten ihm davon ab, da er mit seiner Show eine so große Ermutigung für viele Menschen war und sich seine Arbeit als Travestiekünstler zu einer regelrechten Institution entwickelt hatte.

1991 bot ihm Michael Derda vom Bremer Packhaus-Theater an, die Rolle der Greta in Bent „Rosa Winkel" von Martin Sherman zu besetzen. Er übernahm die Rolle und brillierte mit dem Lied „Straßen von Berlin", das er heute noch gerne interpretiert. Matthias begleitete ihn zu all seinen Auftritten und lernte neben seiner kaufmännischen Ausbildung Management, Showassistenz, Inszenierung, Interpretation.

Als 1992 die Pachtverträge des Mic Mac ausgelaufen waren und Lothar sich nach neuen Räumen umsah, bekam er das Angebot von der Schnoor GmbH, den Schnoor doch mit einer Kleinkunstbühne zu beleben. Nach vielem Hin und Her und mit einem starken Partner an der Seite sagte er zu und eröffnete am 1 . Juni 1992 das Bremer Travestie-Theater Madame Lothár. Hier teilten sich die Aufgaben. Lothar war für den künstlerischen Bereich eingeplant und sein Partner Matthias für den gastronomischen und geschäftlichen Bereich. Hier spielte man nun von Mittwoch bis Samstag immer um 21.30 Uhr. Der Anfang lief schleppend. Doch dann wurde das Travestie-Theater nach einigen spektakulären Auftritten zu einem regelrechten Renner.

Doch schon 1993 wurde Lothar erneut gebremst, und zwar durch einen zweijährigen Krankenhausaufenthalt, bei dem er sein Bein verlor. Somit war Matthias gefragt die Fahnen hochzuhalten und führte die Show von Lothar fort.

1995 kam Lothar zurück auf die Bühne mit dem Chanson „Ich bin noch da“. Leider hat eine erneute Erkrankung ein dauerhaftes Comeback verhindert. Und auch Matthi-As hat sich seit Herbst 2005 ein wenig mehr von der aktiven Bühnentätigkeit zurückgezogen.
Seitjeher bietet das Theater Madame Lothar den Besuchern ein Programm  mit Phantastischen Kostümen.
Mit phantastischen Kostümen und komischen Verkleidungen, Comic und Parodie , dass man aus dem Lachen kaum herauskommt.
Wechselnde Stargäste werden dem Programm eine neue und immer wieder andere Färbung geben.

Das Publikum aus Bremen und umzu sowie weitgereiste Bremen-Touristen danken es den Künstlern mit begeistertem Applaus und Standing-Ovations. Aus der Bremer Kleinkunstlandschaft ist das „Theater Madame Lothár“ im Schnoor nicht mehr wegzudenken. Es ist mittlerweile eine Institution der Unterhaltung in Bremen geworden.

Wir freuen uns Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

 
 
 
Sie sind Besucher Nr.