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Exot in einer exotischen Szene
Joy Peters leitet jetzt das Travestietheater „Madame Lothár“

Bericht aus dem Weserkurier von Annekathrin Gut

Joy Peters ist ein Exot in einer exotischen Szene. Verheiratet zwei Kinder und einen bürgerlichen Namen hat er auch. Dabei ist Joy Peters seit 27 Jahren auf den Varietébühnen dieser Welt zu Hause - in Damenkleidern und High Heels. Nun hat der Schauspieler und Sänger die künstlerische Leitung und Geschäftsführung des Travestietheaters „Madame Lothár“ übernommen.

Allen Fans der kleinen Bühne im Schnoor sei vorweg gesagt „Madame Lothar“ alias lothar Gräbs wird auch weiterhin Chef des Hauses bleiben. Der nunmehr 72-jährige will sich wie auch Geschäftspartner Matthias Schnaars mehr Ruhe gönnen. Am Namen des Theaters wird sich durch den Wechsel in der Leitung nichts ändern.

„Ich werde die Tradition des Hauses weiterführen“ verspricht Joy Peters. Allerdings soll die Travestie mehr in den Hintergrund treten. Der neue Leiter will stattdessen wechselnde Gäste, Kabarettisten und bekannte Alt-Stars holen.
Mit dem Rotlichtmilieu hat Travestietheater wenig zu tun, findet Joy peters: „Ende der zwanziger jahre war das eine anerkannte Kunstform. In jedem großen Haus wie zum Beispiel dem Wintergarten-Theater in Berlin gab es einen damenimitator.“

Er selber ist durch Zufall in diese Branche geraten.
„Ich hätte nie gedacht das ich mich damit identifizieren kann.“ Auf Wunsch des Vaters hat der gebürtige Wiener neben dem Schauspielstudium einen soliden Beruf in der Gastronomie erlernt. In Berlin wo er zusätzlich Gesang studierte, war Peters an einem kleinen Theater engagiert. Zur Zeit des Berliner „Theatersterbens“ musste auch sein Haus daran glauben.
In die Gastronomie wollte der Schauspieler auf keinen Fall zurück. Eine Freundin zeigte ihm eine Anzeige: „Nachwuchskünstler gesucht.“ „Wissen Sie, bei mir müssen Sie als Frau auftreten“, erklärte der Chef der „Lützower Lampe“, So entstand die Kunstfigur „Joy Peters“.

Anschließend war Joy Peters Conférencier im Varieté Polygon in Zürich. Lange Zeit spielte er im Berliner „Cabaret Chez Nous“. Auf Kreuzfahrtschiffen hat er mehrere Male die Welt umrundet. Seine liebsten Hits stammen aus den Sechzigern: Frank Sinatra, Shirley Bassey oder Tony Christie. Zum Repertoire gehört aber auch Modernes von Robbie Williams und Ronan Keating.
Zu seiner Rolle hat Joy Peters ein höchst professionelles Verhältnis: „Ich halte es mit Marlene Dietrich, die von Marlenen Dietrich immer als fremde Person gesprochen hat.“
In seinem Fall bedeutet das: „Joy Peters ernährt mich, aber ich kann die Rolle ablegen wenn die Show zu Ende ist.“

 
 
 
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